Seilwachs selber machen

Halli Hallo, ich habe in den letzten Tagen und Wochen Seilwachs für Hanfseile und Juteseile selbst hergestellt und meine Rezeptur immer wieder leicht verändert, nun bin ich mit meinem Ergebnis zufrieden und würde es auch gerne teilen.

Ich habe damals das Seilwachs von Baumwollseil.de gekauft und gesehen, dass es nur Jojoba Öl und Bienenwachs enthält und mir gedacht, dass ich es auch selbst machen kann. Mein Rezept ist also nur nachgemacht.

  • Bienenwachs kannst du entweder von einer Bienenwachsplatte auf dem Imkereibedarf nehmen oder extra Bienenwachslinsen (gibt es auf für Kosmetische Zwecke) nutzen - Ich habe keinen Unterschied wahrgenommen.

  • Jojoba Öl gibt es in Apotheken oder Drogeriemärkten ist aber recht teuer. Auf Amazon gibt es eine 250ml Flasche für 18€.

VORSICHT: Es wird mit heißem Wachs gearbeitet, es besteht Verbrennungsgefahr!

Rezept:
1 Teil Bienenwachs
4-5 Teile Jojoba Öl

Das Bienenwachs mit dem Jojoba Öl zusammen in einem Glas im Wasserbad sehr langsam erhitzen.

Der Schmelzpunkt von Bienenwachs liegt bei 62-65 Grad C, dieser sollte kaum überschritten werden.

Wenn alles flüssig ist, alles noch Weitere 5-10 min auf kleinster Stufe stehen lassen. Die Flüssigkeit sollte nicht trüb sein, sondern gold-gelb und klar.

Anschließend das Glas aus dem Wasserbad nehmen und mit einem Milchaufschäumer (Diese kleinen fast schon Stabmixer Milchaufschäumer…) dauerhaft durchrühren.

Sobald sich die Konsistenz etwas festigt, in das endgültige Gefäß umfüllen (kann die kleinen Apotheken Behälter (50ml → 50ct) empfehlen. In diesem Behälter weiter mit dem Milchaufschäumer bearbeiten. Wenn es nicht mehr geht, gerne mit einer kleinen Gabel weitermachen. Wichtig: bis zum Kaltwerden rühren!

Wenn das fertige Seilwachs nun 1-2 Tage stand, sollte eine kleine Menge in der Handinnenfläche mit wenig Bewegung sich fast komplett verflüssigen und es sollten sich keine Wachsplättchen bilden. Wenn es zu fest ist, einfach in dem Glas nochmal im Wasserbad erhitzen und etwas Jojoba Öl zugeben und den ganzen Prozess nochmal durchlaufen.

Viel Erfolg und viel Spaß.

1 Like

Vielen Dank für Dein Rezept!

Ich hab schon Seilwachs mit 1:3 Bienenwachs zu Jojobaöl (beides in Gramm) zur sofortigen Benutzung gemacht und zuletzt 1:2 weil mir das Jojobaöl ausging.
Ich erhitze die einfach zusammen auch im Wasserbad und mische mit einem kleinen Spatel. Dann gieße ich es schon in mein Gefäß und mische während des abkühlens immer mal durch. Dabei bilden sich schon ab und an Klümpchen aber nicht so arg, dass es nicht beim nächsten umrühren weg wäre.

Das ganze ist dann bei Raumtemperatur sehr cremig, ich tue mit dem Spatel einen kleinen Strich auf ein Tuch und ziehe das dann da durch. Das ist echt Aufwand, vermutlich macht Dein flüssiges Wachs in den Händen deutlich weniger Arbeit beim ölen. Das Mischverhältnis werde ich auch mal ausproieren, nur der Milchaufschäumer fehlt mir. Aber es hat den Vorteil, daas ich alles wirklich sorgfältig wachse, mein Hanf hab ich auch schon nur mit Jojobaöl behandelt und war nicht zufrieden mit der Gleichmäßigkeit.

Danke für’s teilen!

1 Like

Hey, ich finde dein Tutorial super, aber ich finde Teile davon übermäßig kompliziert:

Ja, der Schmelzpunkt von Bienenwachs liegt bei ca 65°C, aber unter 200°C sollte es eigentlich nicht anfangen sich zu zersetzen, und unter 250°C sollte die Gefahr eine Selbstentzündung nicht bestehen. (Für Jojobaöl gelten ähnlich hohe Werte).
Ich sehe keinen Grund, das ganze nicht im Ofen bei knapp über 100°C zu erhitzen.

Auch beim umrühren habe ich sehr andere Erfahrungen gemacht: Ich habe es bisher immer mit einem Löffel für 2 Minuten umgerührt, und dann einfach abkühlen gelassen und jedes mal kam eine perfekt homogene Masse raus. Ich wüsste also nicht, was der Stabmixer oder das lange rühren verbessern sollten. Und wenn die Masse nicht homogen geworden sein sollte, ist ja nichts verloren: Man schmilzt sie wieder und versucht es noch mal.

Und 1-2 Tage stehen muss das eigentlich auch nicht, nur einmal komplett auskühlen bis ins Innere: Dafür sollten ein Paar Stunden bei Zimmertemperatur erfahrungsgemäß ausreichen.

Ah, und zuletzt: Ich empfehle als Gefäß ein großes Einmachglas. Wenn man sich Fond oder etwas ähnliches fertig kauft, bekommt man super Gläser praktisch kostenlos dazu, wenn man die 2 mal ausspült und eventuell einmal in Salzwasser kocht, ist man sämtlichen Geruch und Rückstände los, und man hat einen schön weiten Deckel um die Seilbutter einzufüllen / zu entnehmen.
(Tipp: wenn man heiße Flüssigkeit in ein Glas einfüllt, sollte man das vorher langsam im Wasserbad selber auf Temperatur bringen, sonst springt es.

Wenn du besondere Gründe für diese spezifischen Schritt hast, würde es mich freuen, diese zu hören :slight_smile:

1 Like

Vielen dank ihr beiden für eure Erfahrungswerte. @fianox mit einem 1:3 Verhältnis habe ich sicher nicht das gewünschte Verhältnis. Mindestens die ersten beiden Versionen (welche in etwa ein solches Verhältnis hatten haben eine viel zu feste Konsistenz. Und auch mit dem hin und wieder mal umrühren, habe ich die ersten male einfach mit einer kleinen Gabel probiert, das wurde immer wieder klumpig (wenn das für dich natürlich kein Problem ist, passt das ja.) Aber mich haben die Klümpchen gestört und die wahren auch nach mehrmaligem leichten erhitzen und erneutem Umrühren vorhanden.
@w0lf1 mit der Temperatur magst du recht haben, kann ich nicht beurteilen, mir wurde in der Apotheke gesagt, dass Bienenwachs schon über dem Schmelzpunkt anfängt kaputt zu gehen. Ich weiß aber nicht, was genau, habe ich auch nicht anders ausprobiert.
Ja, 2 Tage stehen lassen ist mit Sicherheit übertrieben, aber die Konsistenz hat sich bei mir selbst über 18 Stunden noch verändert gehabt.
Aber natürlich vielen Dank für euer Feedback :slight_smile:

1 Like

Komisch, ich hatte noch nie Klümpchen in dem ganzen, egal welches Mischverhältnis.
Meine Zutaten kommen hier aus dem Naturkosmetikladen, keine Ahnung ob da irgendwie an der Qualität hängt wie die sich verarbeiten lassen.

1 Like

Ich hab mein Bienenwachs direkt von nem Imker und das Jojobaöl von nem Großhandel, aber am Ende ist das eh alles das gleiche Zeug, solange es kaltgepresst bzw. reines Wachs ist

1 Like

So, heute neues Seilwachs. Hat schonmal jemand Seilwachs mit ein paar Tropfen Aromaöl gemacht? Ich hab Zimtblatt, Lavendel, Sandelholz und Flieder - und einen sehr guten Grund warum ich es nicht geruchlos haben will.

1 Like

solange du nichts einmischt, was ranzig werden kann, spricht absolut nichts dagegen. Ich würde empfehlen, mit “zu wenig” Aroma anzufangen, und bei Bedarf noch mal zu schmelzen und mehr rein zu machen. Erzähl auf jeden Fall wie es wird! :slight_smile:

Ich bin hart verwirrt. Ich hab diesmal eine Menge 1:4 gemacht und irgendwie ist es deutlich härter als das vom letzten Mal. Zusätzlich ist das, das ich mir einem Tropfen Fliederöl versetzt habe aber die ganze Zeit ähnlich cremig wie das letzte. Kann es sein, dass die Konsistenz stark von der Menge abhängt?

Die Erfahrung hab ich bisher nicht gemacht, meine Ergebnisse mit ca 1:3.3 oder so waren sehr Konsistent in ihrer Konsistenz.
Aber die Tage mache ich sowieso ne neue Fuhre, dann schau ich noch mal

Ich werde vermutlich alles nochmal zusammenschmelzen. Habe zwar wenig Lust drauf und eigentlich auch keine Zeit, aber was soll man machen wenn man mit dem Resultat nicht happy ist.

Okay. Das gleiche zusammengeschmolzen, neu eingegossen. Wieder eine kleine Menge, die nach dreimal Rühren perfekt war, und eine große Menge. Diesmal ist die Konsistenz beim großen Töpfchen komplett anders.
Nach konspiratorischem Austausch mit w0lf1 ist meine Vermutung, dass Rühren beim Abkühlen (bzw. generell wie gleichmäßig und vielleicht auch wie schnell das abkühlt) richtig Einfluss auf die Konsistenz hat. Mit der großen Fuhre bin ich daher jetzt auch zufriedener.

Edit: Ich denke, dass der Ansatz mit dem Milchschäumer von @nilsee vielleicht gar nicht so falsch ist. Vielleicht etwas overkill, aber recht konstantes Rühren hat bei mir auch die große Fuhre jetzt super cremig gemacht, ich bin echt richtig zufrieden. Wahrscheinlich hatte ich das Problem bisher nicht, weil ich eh immer kleinere Ladungen gemacht haben. Ich will damit nochmal richtig experimentieren (z.B. Zeit, Temperatur, Volumen messen) und berichte dann von den Ergebnissen.