DIY undercover BDSM-Bett aus Buche

Moin moin,

ich habe eine Bauanleitung für ein Buchenbett erstellt, was euch ausreichend Ankerpunkte zum spielen und anbinden bietet. Die Materialien (inklusive Matratze und Lattenrost) liegen bei etwa 500-600€, je nach dem wie kostengünstig Ihr die Materialien einkaufen könnt.

Die Anleitung ist, wie auch bei meinen anderen Projekten, zusammen mit den technischen Zeichnungen als PDF in meiner Dropbox verfügbar:
Dropbox - Nerukan

Der Bau dieses Bettes erfordert einge Erfahrung wie man mit Holz umgeht und benötigt auch einige Werkzeuge. Für Einsteiger ist dieses Projekt ohne Hilfe möglicherweise etwas frustrierend.

Viel Spaß beim Bauen!
Nerukan

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Hier noch die Anleitung als Text, die Bilder und Zeichnungen sind leider nur in der Dropbox verfügbar, da in diesem Thread aus offensichtlichen Gründen keine Bilder gepostet werden sollen.

Bauanleitung Kinky Holz Bett 90x200cm

Inhalt dieser Anleitung:

  • Voraussetzungen
  • Die Produktionsphase
  • Die Aufbauphase
  • Die Spielphase :smiley:

In dieser Anleitung zeige ich, wie Ihr ein Holz Bett bauen könnt, welches von außen nicht sofort als Kinky-Möbel zu identifizieren ist, jedoch genug Fixpunkte bietet um „Safer Sex“ (Partner festbinden das er nicht runter fallen kann :stuck_out_tongue:) zu praktizieren. Das Bett besteht aus Buchenholz, kann von euch natürlich auch in einem anderen Material gebaut werden. Allerdings bietet Buche die nötige Stabilität, damit das Bett auch etwas rabiateren Spielen gewachsen ist. Das Bett ist so konstruiert, dass es mit mindestens 250-300 kg belastet werden kann, das hängt aber auch von eurem Lattenrost ab.

Anmerkung: Alle Längenmaße in dieser Anleitung sind in Millimeter (mm) angegeben. Zusätzlich wurden für die Bezeichnung von Schrauben und Ähnlichem, die technisch üblichen Bezeichnungen genutzt. Die Technischen Zeichnungen können bei Bedarf im richtigen Format (siehe Zeichnung unten links) ausgedruckt werden und als Schablone aufgelegt werden. Voraussetzung dafür ist ein Drucker, welcher die Zeichnungen im 1:1 Format ausdrucken kann.

Voraussetzungen

Materialien:

  • 2x Multiplex Buche 2180x300x20mm
  • 2x Multiplex Buche 920x300x20mm
  • 1x Buche Vierkant 58x58x2500mm
  • 2x Buche Vierkant 38x32x2000mm
  • 1x Buche Vierkant 38x32x920mm
  • 20x Senkschrauben DIN EN ISO 10652 M10x90mm (Edelstahl)
  • 20x Unterlegscheibe groß ISO 7093 M10 (Edelstahl)
  • 20x Hutmutter DIN 1587 M10 (Edelstahl)
  • 16x Senkschrauben DIN EN ISO 10652 M6x60mm A2 (Edelstahl)
  • 16x Unterlegscheibe groß ISO 7093 M6 A2 (Edelstahl)
  • 16x Selbstsichernde Mutter DIN EN ISO 7040 M6 A2 (Edelstahl)
  • 4x Senkschraube Holz 4x50mm A2 (Edelstahl)

Optional:

  • Klarlack (oder farbiger Lack)
  • Lattenrost 900x2000mm (IKEA: LÖNSET)
  • Matratze 900x2000mm

Werkzeuge:

  • Mindestens starken Akkuschrauber/Bohrmaschine
  • Holzbohrer Durchmesser 4; 6,5; 10,5;
  • Forstnerbohrer Durchmesser 40mm
  • Kegelsenker 90°x24mm; 90°x16mm
  • Maulschlüssel SW16; SW10
  • Inbusschlüsselsatz
  • Kappsäge (wenn‘s nicht anders geht Stichsäge)
  • Maßband oder „Zollstock“
  • Rechter Winkel (Geodreieck könnte auch funktionieren)
  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen (80, 160, 320)
  • Holz Raspel oder grobe Feile
  • Oberfräse mit Radien-Aufsatz R5
  • Optional: Bandschleifer, Standbohrmaschine, Tischkreissäge

Kostenpunkt:

  • Lattenrost : 60€
  • Matratze: 200€
  • Multiplex Buche 20mm: ca. 170€ (inkl. Zuschnitt)
  • Buche Vierkant 38x32: 26€
  • Buche Vierkant 58x58: 24€
  • Schrauben + Zubehör: ca. 25€

Gesamtkosten: ca. 500€

Die Produktionsphase

Zuerst werden alle Einzelteile des Betts gefertigt.

Schritt 1:
Zuerst müssen die Platten für die Seiten und Fuß-/Kopfteile aus Multiplex Buche 20mm zugeschnitten werden. Wenn ihr nicht die nötigen Maschinen habt (Tisch-Kreissäge oder ähnliches) empfehle ich euch diese Bauteile direkt im Baumarkt auf die richtigen Maße zuschneiden zu lassen. Ebenso die Fuß- und Kopfteile des Betts. Die Maße dazu könnt Ihr den beiliegenden Zeichnungen entnehmen.

Schritt 2:
Im zweiten Schritt müssen die Löcher angezeichnet werden, welche später am fertigen Bett als Ankerpunkte für Ketten, Seile oder jedwede andere Art der Fesselung genommen werden können. Mithilfe von Maßband, Zollstock und rechtem Winkel könnt ihr nun alle Bohrungen auf den Platten einzeichnen. Sowohl die großen 40mm Bohrungen, die 10,5mm Löcher für die Schrauben die das Bett zusammenhalten sowie die kleinen Löcher für die Holzschrauben.

Schritt 3:
Zum Bohren der Löcher solltet Ihr die Platten am besten auf einer Werkbank oder einem Tisch so ablegen, dass Ihr beim Bohren nicht in diese hineinbohrt. Holzbohrer haben praktischerweise eine Spitze, mit der man gut im Holz ansetzten kann. Wenn Ihr keine Standbohrmaschine, sondern nur einen Akkuschrauber zur Verfügung habt, achtet darauf das die Löcher gerade werden. Wenn nötig bittet eine zweite Person zur Hilfe, die von der Seite darauf achtet. Achtet darauf das Ihr beim Durchstoßen am Ende des Lochs nicht zuviel Druck auf den Bohrer ausübt, da das Holz sonst Schell splittern kann. Ich empfehle daher die Großen Bohrungen auf jeden Fall von außen zu Bohren. Außen ist da wo Ihr die Senkung bei den Schraubenlöchern macht.

Mit dem Kegelsenker müsst ihr die 10,5mm Löcher möglichst gleichmäßig tief Senken. Ebenso die 6,5mm Löcher müssen gesenkt werden. Passt auf das ihr die Senkungen alle auf derselben Seite anbringt!

Schritt 4:
Habt Ihr alle Löcher in den Platten gebohrt, könnt ihr mit der Oberfräse und dem Radien-Aufsatz R5 die Außenkanten und die Löcher verrunden, sodass Seile später nicht aufgescheuert werden und man sich nicht so schnell verletzten kann. Ihr solltet erst an einem Reststück üben und die Tiefe richtig einstellen, sodas keine Kanten entstehen. In gewißem Maße kann man das später noch wegschleifen, es ist aber deutlich mehr Arbeit.

Schritt 5:
Als nächstes Bereiten wir die Bettpfosten vor. Dafür müsst ihr das Buche Vierkant 58x58x2500mm in Vier Teile zersägen. Die Bettpfosten sind 600mm hoch. Dafür solltet ihr eine Kappsäge benutzen, die exakt im rechten Winkel schneiden kann. Habt Ihr keine Kappsäge zur Verfügung, könnt ihr den Schnitt auch mit einer Tischkeissäge, Handkreissäge oder zur not auch mit einer Stichsäge machen. Solltet Ihr eine Stichsäge nutzen, müsst ihr euch auf jeden Fall einen Anschlag aus einem geraden Stück Holz und zwei Schraubzwingen basteln. Andernfalls wird euer Bett am Ende nicht richtig gerade auf dem Boden stehen!

Schritt 6:
Die vier Bettpfosten sind identisch, daher könnt ihr alle nach dem gleichen Muster fertigen. Habt Ihr alle auf die Richtige Länge gesägt, müsst ihr bei jedem Pfosten Entscheiden, wo oben und wo unten sein soll. Am oberen Ende des Pfostens sollen Rundungen angebracht werden. Wenn ihr einen Bandschleifer zur Hand habt, könnt ihr die Rundungen dort frei Hand anbringen oder euch vorher Markierungen machen. Wen nicht, könnt ihr entweder mit einer Handsäge kleine Stücke an den Eckenabschneiden und den Rest mit einer Raspel und Schleifpapier verrunden oder direkt die Verrundungen mit der Raspel machen.

Gleichzeitig könnt Ihr auch die Kanten der Pfosten verrunden, wenn diese nicht schon vom Baumarkt verrundet worden sind.

Schritt 7:
Als nächstes müssen die Löcher in die Bettpfosten. Die Maße dazu könnt ihr dem Zeichnungssatz entnehmen. Bei diesen Löchern ist es erst recht wichtig, dass die Löcher sehr gerade sind. Solltet Ihr keine Standbohrmaschinen zur Verfügung haben solltet ihr euch hier auf jeden Fall eine zweite Person dazu holen, um seitlich zu schauen und zu korrigieren!

Sind die Löcher gebohrt, könnt ihr den Kegelsenker nutzen, um die Löcher zu entgraten (nur entgraten, nicht senken!).

Schritt 8:
Als letztes müssen die Halteleisten zugeschnitten und gebohrt werden. Hier reicht ein einfaches Durchgangsloch von 6,5mm welches am Ende auf beiden Seiten entgratet wird. Das Lochbild muss dabei mit den Seitenteilen Übereinstimmen, der Abstand zwischen den Löchern ist also wichtiger als der Abstand nach vorne und nach hinten auf der Leiste.

Schritt 9:
im Letzten Schritt müsst Ihr noch die Holzleiste Bohren, welche als Stabilisator zwischen die beiden Seitenwände geschraubt wird. Passt beim Bohren mit dem 2mm Bohrer auf, dass Ihr den Akkuschrauber gerade haltet, die brechen sehr schnell mal ab!

Optionale Schritte:

  • Bevor alles Montiert wird, könnt Ihr das Bett noch Lackieren, wenn ihr das wollt. Ich liebe Holzoptik, daher käme für mich nur ein Klarlack infrage, aber das müsst Ihr selbst wissen. Ihr könnt auch erst alles einmal aufbauen, um zu sehen, ob es zusammenpasst. Das Bett kann jederzeit und so oft ihr wollt demontiert und montiert werden.
  • Um Kratzer auf Linoleum, Parket oder Laminat zu vermeiden, würde ich euch empfehlen unter die Bettpfosten selbstklebenden Filz zu kleben. Damit könnt Ihr das Bett besser verrutschen und etwaige… Schwingungen… werden nicht so krass in den Boden geleitet.

Die Aufbauphase

Ihr werdet Hilfe brauchen <3.

Schritt 10:
montiert die Pfosten an die Fuß- und Kopfteile. Nutzt dafür die Schrauben M10 mit den passenden Unterlegscheiben und den Hutmuttern.

Schritt 11:
schraubt die Auflageleisten an die Seitenteile mit den Schrauben M6, den Unterlegscheiben und den selbstsichernden Muttern. Wenn die Schrauben nicht lang genug sind, dann habt Ihr wahrscheinlich die Leisten von der falschen Seite gebohrt. Das ist hier nicht weiter schlimm, weil Ihr die Leiste einfach um 90° drehen könnt und dann nochmal bohren könnt. Das Sieht zwar Mist aus, aber da liegt später die Matratze drauf und man sieht es nicht mehr.

Schritt 12:
stellt das Kopfteil aufrecht hin und schraubt das erste Seitenteil an den ersten Pfosten. Schraubt danach das Fußteil an das bereits verwendete Seitenteil. Das Bett sollte jetzt in der Lage sein halbwegs zu stehen. Jetzt noch das zweite Seitenteil anschrauben.

Schritt 13:
dieser Schritt ist der einzige, den man nicht zu oft wiederholen kann. Die Maschinenschrauben, welche Ihr bisher verschraubt habt, kann man so oft lösen und wieder anschrauben, wie man will. Die Holzschrauben, die ihr jetzt verwendet, um die Stabilisierende Leiste zwischen die Seitenwände zu schrauben, könnt ihr zwar ein paar Mal rein und rausdrehen, aber irgendwann halten die nicht mehr. Dieser Schritt sollte also erst am finalen Aufstellort passieren. Sollten sich diese Schrauben mal lösen, könnt Ihr die auch unter Zuhilfenahme von Holzleim wieder einschrauben.

Schritt 15:
Lattenrost rein, Matratze drauf, Matratze beziehen und ab zum nächsten Kapitel :blush:.

Die Spielphase :smiley:

Erste Regel im BDSM sollte immer Sicherheit sein!

Das Bett sollte euch mindestens ein paar Jahre treue Dienste leisten, so dass euer Partner immer gut festgebunden ist und nicht vom Bett rollen kann :stuck_out_tongue:.
Wenn Ihr euch nicht für eine Lackierung entschieden habt, solltet Ihr mit … ähhh… „nassen“…. Spielarten vorsichtig sein. Das gibt Flecken…

Mit ein bis zwei schichten Klarlack sieht das schon ganz anders aus.

Wenn Ihr auf dem Bett mit Seilen fesselt, werden sich wahrscheinlich die Seile auflösen, bevor das Bett gebrauchsspuren hat, anders sieht das mit Ketten aus. Zu Rabiat sollten diese nicht durch die Löcher gezogen werden, da Ihr sonst das Holz beschädigen könnt.

In diesem Sinne: Mögen die Fesselspiele beginnen! Viel Spaß!

Nerukan

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Mensch, du haust richtig viel guten Stuff raus. Kannst richtig richtig stolz auf deine Kreativität sein. Auf jeden Fall, dass Bett an sich ist gut designed. Bei Seilen würde ich dennoch nicht zu fest ziehen, denn dadurch können trotzdem Eindellungen an Kanten entstehen (dafür braucht es zwar ordentlich Kraft, aber manche können diese ja schließlich aufbringen :smiley: ).

Mir gefällt die Idee, dass die kürzeren Seiten weiter innen liegen, so kommt man mit einer Hand wenigstens noch ran, doch steht eine lange Seite an einer Wand, muss man das Bett entweder im Abstand dazu aufstellen (für mich persönlich nicht vorstellbar XD ) oder es rumschieben. Eine alternative Version, in welcher die beiden kurzen und eine lange Seite innen liegen, würde mir sehr gefallen. So hätte man jeweils einen Bauplan für jede erdenkliche Situation zur Verfügung.

Ansonsten verdammt gut :smiley:

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uhh… stimmt. Daran habe ich garnicht gedacht. In meinen Gedanken habe ich das immer mit der Kopfseite an die Wand gestellt.
Aber du hast recht, wenn man es mit der langen Seite an die Wand stellt, kommt man nichtmehr an die Löcher dran.
Mal schauen ob ich da eine gute Lösung finde, die Pfosten einfach zu versetzen wird da nicht reichen, weil man sonst die Kopfteile nach außen setzen müsste. Dann könnte man es aber nicht mehr in eine Ecke schieben, weil man dann an die Kopfteile nicht mehr rankommt…
Ich glaube freistehend ist es immer einfacher an alles ran zu kommen, oder halt mit der Kopfseite an einer Wand und ansonsten freistehend.

Da ist wirklich ein verzwiktes Problem… mal sehen ob ich dafür eine Lösung finde :wink:
Grüße Nerukan

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was Hältst du von dem Design @elementarius ?

>> Bildvorschau <<

Ich dachte an sowas in die Richtung, ist auch nur marginal mehr Material.

  • Winkel
  • passende Schrauben

sagmal… @elementarius, wie kannst du denn ein Bild posten?
Jedes mal wenn ich das versuche sagt er mir das ich das nicht darf…

Hab ich mich auch gefragt, hatte es vom Tablet aus gemacht XD
Da gabs ein Bild-Symbol bei der Antwort

hab ich ja auch… aber ich habe scheinbar nicht die berechtigung dazu…
müsste man mal @w0lf1 fragen?

Ja, aber mal schauen, wird sicherlich schon schlafen XD

Wie findest du denn aber meine Idee @nerukan ?

also, ich habe das mal ein bisschen durchgerechnet.
An sich würde das auch gehen, aber dadurch, dass man die Winkel benutzt und nicht an den Pfosten selbst fest ist, verliert man etwas an Stabilität. Es würde auch so wie du es gezeichnet hast Halten, man muss halt nur an dem Seitenteil, was an der Wand ist, einen Streifen von je 78mm auf beiden Seiten wegnehmen. Außerdem den Stabilisator in der Mitte von 920mm auf 842mm kürzen. Dann die beiden Winkel anschrauben und es sollte Funktionieren. Selbst die Löcher können an derselben Position sein.

Aber du hast auf jeden Fall recht, die Löcher muss man eigentlich schon nach oben machen, damit man da besser drankommt. Ich werde das als zweiten Zeichnungssatz in der Dropbox hochladen.
Aber das mit den Winkeln finde ich etwas unästhetisch wenn ich ehrlich bin… aber das kann man ja relativ einfach ändern.

Die Winkel waren auch nur eine schnelle und einfache Lösung für meinen Vorschlag. Wenn dir da etwas schöneres einfällt, dann gerne her damit :slight_smile:
So wäre es auf jeden Fall ein Bett, das an 3 Seiten zugänglich ist, wodurch man es grundsätzlich überall hinstellen kann, was auch einen allgemeinen Vorteil bietet: Man muss sich keine Gedanken machen, wie das Bett stehen muss.

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@elementarius ich habe es herrausgefunden!

Man muss erst die Auszeichnung ‘Mitglied’ erhalten, dann kann man erst Bilder posten.