DIY Schwerer Pranger aus Holz

Moin Moin,

In dieser Anleitung möchte ich euch einen schweren Pranger vorstellen.
Wirklich schwer! 14kg schwer!
Der Pranger ist aus Buchenholz (ihr könnt natürlich auch anders Holz verwenden) und wird von Leim und Schrauben zusammengehalten.
Die Anleitung und die Zeichnungen findet Ihr, wie bei meinen anderen Projekne, in meiner Dropbox:
Dropbox - Nerukan

Für den Pranger gibt es zwei Versionen, zum stecken und zum zuklappen.


Der Bau ist für erfahrene Einsteiger durchaus geeignet, erfordert aber den Umgang mit deiner Laub- oder Stichsäge für die Konturen.

Aus diesem Prachtstück wird sich keiner so leicht befreien :wink:

Viel Spaß beim Bauen
Nerukan

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Hier die Anleitung im Fourm.

Bauanleitung Schwerer Pranger ohne Standfuß

Inhalt dieser Anleitung:

  • Voraussetzungen
  • Die Produktionsphase
  • Die Aufbauphase
  • Die Spielphase :smiley:

In dieser Anleitung zeige ich Euch, wie Ihr einen schweren Pranger aus Holz Bauen könnt. Der Fertige Pranger hat ein Gewicht von etwa 14 kg und ist sehr massiv aus Buchenholz konstruiert. Es Gibt in der Anleitung zwei Versionen, eine die zum Zusammenstecken gedacht ist und eine welche zusammengeklappt werden kann.
Der Pranger kann zu einem Stationären Pranger mit Standfuß umgebaut werden. Dafür schaut bitte in meine andere Bauanleitung zu dem schweren Pranger mit Standfuß (coming soon™).

Anmerkung: Alle Längenmaße in dieser Anleitung sind in Millimeter (mm) angegeben. Zusätzlich wurden für die Bezeichnung von Schrauben und Ähnlichem, die technisch üblichen Bezeichnungen genutzt. Die Technischen Zeichnungen können bei Bedarf im richtigen Format ausgedruckt werden und als Schablone aufgelegt werden. Voraussetzung dafür ist ein Drucker, welcher die Zeichnungen im 1:1 Format ausdrucken kann.

Voraussetzungen

Materialien:

  • 4x Buche Massivholz 1200x150x20mm
  • 4x Buche Massivholz 300x150x20mm
  • 8x Sechskantschrauben DIN EN ISO 4014 M10x100mm (Edelstahl)
  • 16x Unterlegscheibe groß ISO 7093 M10 (Edelstahl)
  • 8x Selbstsichernde Mutter DIN EN ISO 7040 M10 A2 (Edelstahl)
  • 8x Sechskantschrauben DIN EN ISO 4014 M8x50mm A2 (Edelstahl)
  • 16x Unterlegscheibe groß ISO 7093 M8 A2 (Edelstahl)
  • 8x Hutmutter DIN 1587 M8 A2 (Edelstahl)
  • 2x Sechskantschrauben DIN EN ISO 4014 M12x110mm (Edelstahl)
  • 4x Unterlegscheibe groß ISO 7093 M12 (Edelstahl)
  • 2x Flügelmutter (DIN 315) M12 (Edelstahl)

Optional:

  • Klarlack (oder farbiger Lack)
  • 2x Sechskantmutter DIN EN ISO 4032 M12 (Edelstahl)

Werkzeuge:

  • Mindestens starken Akkuschrauber/Bohrmaschine
  • Holzbohrer Durchmesser 4; 8,5; 10,5; 12,5;
  • Kegelsenker 16mm+
  • Maulschlüssel SW13; SW16; SW18
  • Stichsäge
  • Kappsäge (wenn‘s nicht anders geht Stichsäge)
  • Maßband oder „Zollstock“
  • Rechter Winkel (Geodreieck könnte auch funktionieren)
  • Schleifpapier in verschiedenen Körnungen (80, 160, 320)
  • Holz Raspel oder grobe Feile
  • Optional: Oberfräse mit Radien-Aufsatz R5
  • Optional: Bandschleifer, Standbohrmaschine, Tischkreissäge

Die Produktionsphase

Zuerst werden alle Einzelteile des Prangers gefertigt. Einige Bauteile sollten gleichzeitig gefertigt werden, damit die Bohrungen passen.

Schritt 1:
Je nachdem wie euer Rohmaterial aussieht und was ihr für Maschinen zur Verfügung habt, könnt ihr euch die Bretter entweder selbst zurecht sägen oder im Baumarkt zuschneiden lassen.
Ihr benötigt:

  • 4 Bretter à 1200x150x20mm
  • 4 Bretter à 300x150x20mm

Schritt 2:
Anfangen solltet Ihr mit den Haltebrettern, welche aus den kleineren Brettern gefertigt werden. In den Haltebrettern müssen die 4 Bohrungen mit 10,5mm Durchmesser und die Große Bohrung mit 12,5mm Durchmesser angezeichnet und gebohrt werden. Wenn der Bohrer, den Ihr dafür benutzt, lang genug ist, könnt Ihr die vier Bretter auch übereinanderlegen um sie gleichzeitig zu Bohren. Damit könnt Ihr sicherstellen, dass die Bretter ein exakt gleiches Bohrbild haben. Wenn Ihr durch die Bretter durchbohrt, solltet Ihr ein Reststück auf der Unterseite Liegen haben in das Ihr hineinbohren könnt. Damit könnt Ihr verhindern, dass das Bohrloch am Ende ausfranst oder ausbricht.

Schritt 3:
Die Ecken der Bretter sollen mit Radien R20mm abgerundet werden, das könnt ihr euch mit einer Schablone anzeichnen und mit einer Stichsäge oder einer Laubsäge aussägen. Wenn Ihr einen Bandschleifer zur Verfügung habt, könnt Ihr den natürlich auch nehmen.
Habt Ihr keine dieser Maschinen zur Verfügung, kann das natürlich auch mit einer Feile oder Raspel abgerundet werden. Die anderen Kanten des Brettchens empfehle ich mit einer Oberfräse und einem Fräser mit Radius R5 abzufräsen. Habt Ihr das nicht zur Verfügung könnt Ihr auch hier wieder Bandschleifer, Raspel oder Feile einsetzen.

In diesem Schritt müsst Ihr Euch auch entscheiden, ob Ihr die Version des Prangers zum Stecken oder zum Zuklappen bauen wollt. Die Zeichnungen sind etwas Abweichend und mit einem a und b gekennzeichnet. Theoretisch könnt ihr den Pranger, wenn ihr zunächst die Steckbare Version gebaut habt, nachträglich zu der Klappbaren Version umbauen. Allerdings solltet Ihr das definitiv vor dem Lackieren/einölen entscheiden. Habt Ihr die Version zum Klappen gebaut, könnt Ihr natürlich dennoch die Hälften komplett trennen und zum Stecken verwenden.

Schritt 4:
Um die oberen und unteren Hälften des Prangers zu fertigen, sollten zuerst die Löcher für die M8 Schrauben angezeichnet und gebohrt werden. Auch dafür empfehle ich die jeweils zusammengehöhrenden Bretter übereinander zu legen und gleichzeitig zu Bohren.

Schritt 5:
Sind die Bohrungen gesetzt, könnt ihr die Bretter aneinanderschrauben. Achtet dabei darauf das die Kanten möglichst genau übereinander liegen. Sind die zwei Bretterpakete sicher verschraubt, könnt Ihr anfangen die Kontur für den Träger / die Trägerin aufzuzeichnen und auszuschneiden. Ihr solltet dabei, wenn Ihr denkt das Ihr fertig seid die Maße am lebenden Objekt auszuprobieren.

Zum Ausschneiden würde ich eine Stichsäge oder eine Laubsäge verwenden, achtet aber darauf, dass Ihr genug Platz zu eurer Kontur lasst, um mit Feilen und Schleifpapier die Kontur glatt schleifen zu können.

Denkt daran: mehr abschneiden geht immer, wieder dranschneiden nimmer :smiley:

Schritt 6:
Seit Ihr mit der Kontur zufrieden, müsst Ihr noch die Bohrungen für die Montage der Haltebretter anzeichnen und Bohren.

ACHTUNG: es gibt ein Oberteil und ein Unterteil, die Verschiedene Bohrbilder haben. Bringt die nicht durcheinander.

Schritt 7:
Im letzten Schritt der Produktionsphase, solltet Ihr alle verbleibenden Kanten abrunden und schleifen. Vor allem im Bereich der Handgelenke und des Halses ist es enorm wichtig, dass Ihr keine kanten oder Absätze stehen lasst. In dem Bereich, wo die beiden Hälften des Prangers aufeinandertreffen, kann es sonst schnell mal passieren, dass die Haut des Trägers /der Trägerin eingeklemmt wird.

Optionale Schritte:

Bevor alles Montiert wird, könnt Ihr die Bretter noch Lackieren oder Ölen, wenn ihr das wollt. Ich liebe Holzoptik, daher käme für mich nur ein Klarlack infrage, aber das müsst Ihr selbst wissen. Ihr könnt auch erst alles einmal aufbauen, um zu sehen, ob es zusammenpasst.

Die Aufbauphase

Schritt 8:
Für den Zusammenbau des Prangers benötigt ihr die Schrauben M8 und M10 samt Zubehör, sowie etwas Holzleim. Demontiert alles, was Ihr bisher, zum fertigen des Prangers, bereits zusammengeschraubt hattet. Außerdem solltet Ihr euch einen feuchten (feucht, nicht nass!!) Lappen zur Seite legen, um überschüssigen Leim abzuwischen.

Schritt 9:
legt Euch die beiden Bretter, die die untere Hälfte bilden, nebeneinander und schmiert eines dieser Bretter auf der Rückseite mit ein bisschen Holzleim ein. Legt die Beiden Bretter aufeinander und richtet sie an allen Seiten aus. Am wichtigsten ist die Seite die später in Richtung der Tragenden Person zeigt, da jeder Versatz mit Sicherheit zu spüren ist. Nutzt die Schrauben, um einen gewissen Druck auf die Hälften auszuüben. Falls Holzleim aus dem schlitz zwischen den Brettern hervorquillt, solltet Ihr den zügig wegwischen. Ihr könnt auch noch zusätzlich Schraubzwingen nutzen, um die Bretter aneinander zu drücken.

Jetzt könnt Ihr das auch mit der oberen Hälfte machen.

Schritt 10:
Während der Holzleim am Trocken ist, könnt Ihr an der unteren Hälfte des Prangers auch schon die Haltebretter mit den M10 Schrauben samt Zubehör anschrauben.

Schritt 11:
ist der Holzleim getrocknet, nach mindestens 2-3 Stunden Trockungszeit, könnt Ihr etwaige Reste vom Leim noch mit einem scharfen Messer abschaben oder vorsichtig mit einem Stück Schleifpapier abschmirgeln. Je nachdem welche Version Ihr gebaut habt:

  • Beim Steckbaren (Version a) könnt ihr die beiden hälften aufeinander stecken und mit den beiden Schrauben M12 samt Unterlegscheiben und Flügelmuttern sichern.
  • Beim klappbaren (Version b) müsst Ihr zunächst nur einen der 12mm Bolzen einführen und Verschrauben. Dafür solltet Ihr die optionalen zwei M12 Sechskantmuttern nutzen und diese gegeneinander verspannen (kontern).
    ACHTUNG: Ihr dürft die erste Mutter nicht zu fest verschrauben, da sonst die obere Hälfte des Prangers nicht mehr um die Schraube gedreht werden kann. Lasst ungefähr einen halben Millimeter platz zwischen der Mutter und der Unterlegscheibe des Bolzens.

Schritt 12:
Zieht einen (oder zwei) Bolzen aus dem oberen Pranger, legt den Unteren um Hals und Handgelenke eueres Spielpartners und Schließt den Pranger wieder :blush:.

Die Spielphase :smiley:

Erste Regel im BDSM sollte immer Sicherheit sein!

Ein Pranger kann ein sehr martialisches Folterwerkzeug sein. Nicht ohne Grund wurde er hunderte Jahre lang zum mentalen Brechen von Gefangenen eingesetzt. Der Pranger ist sehr schwer und unnachgiebig und kann bei längerem ungestützten (also nicht an einem Seil herabhängend oder auf einem Tisch aufliegenden) Tragen zu Überlastungen der Nackenmuskulatur führen. Vor allem bei längeren Sessions solltet Ihr speziell auf den Nacken und die Halswirbelsäule achtgeben.

Sehr wichtig ist, dass Ihr keine harten ruckartigen Bewegungen an dem Pranger oder an der tragenden Person ausführt! Diese Ruckartigen Bewegungen können aufgrund der massiven Bauweise und dem Trägheitsverhalten, je nach Beschleunigungs-Moment 8wie ruckartig und stark Ihr zieht), zu Schweren Verletzungen oder Verrenkungen führen. Seit euch dessen bewusst, wenn Ihr mit Eurem Partner spielt. Achtet auch auf etwaige Hautstücke, die Ihr beim Spielen einklemmen könntet.

Da es sich natürlich um ein mittelalterliches Folterinstrument handelt, macht der Pranger als Bestrafung wahrscheinlich viel Freude oder viel Leid, je nachdem auf welcher Seite man sitzt :wink:.

In diesem Sinne: Mögen die Fesselspiele beginnen! Viel Spaß!

Nerukan

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