Der BDSM-Test - Ergebnisse, Erfahrungen, Einschätzungen, Erwartungen

Viele von euch kennen mit Sicherheit den BDSM-Test, der ja für viele ein Einstieg in die Szene und ein essentielles Werkzeug zur Auseinandersetzung mit und Einordnung der eigenen Identität und Rolle darin darstellt. Manche dokumentieren damit ihren “perversen Werdegang”, andere sind einfach nur neugierig, wieder andere möchten einfach verständlich kommunizieren können, wer sie in der Kinky Szene eigentlich sind.

Wie waren eure Erfahrungen mit dem Test? Fandet ihr die Fragen nachvollziehbar? Sinnhaft? Und eure Ergebnisse? Konntet ihr euch darin wiederfinden? Hat euch manches ins Stutzen gebracht? Wo würdet ihr dem Test und euren Ergebnissen widersprechen, und warum? Was macht der Test gut? Was macht er schlecht? Haltet ihr ihn für ein probates Werkzeug? Einen guten Einstieg in die Szene? Ein interessantes Gesprächsthema? Kennt ihr den Test überhaupt?!

Haut’ einfach mal eure Erfahrungen damit und Meinungen dazu raus - würde mich echt mal interessieren wie vielen es ähnlich mit dem Ding ging wie mir, oder doch ganz anders.

Ich persönlich fand, dass der Test mir sehr geholfen hat, meinen Einstieg in die Szene zu finden, indem er mir einen Punkt gegeben hat, von dem aus ich ansetzen konnte, mich mit mir selbst und meiner Rolle auseinander zu setzen; vor allem aber auch dass er sehr dabei geholfen hat, mit mir selbst und anderen zu kommunizieren, wer oder was ich überhaupt bin, ohne sich jedes Mal auf neue Gedanken machen zu müssen, wie man die eigenen Rollen und Interessen denn nun benennen mag.

Wie seht ihr das?

PS: Vielen dank an @shrimpy und @lily für den Denkanstoß!

PPS: Falls es jemanden interessiert, oder es dabei hilft, nicht selbst den ersten Schritt machen zu müssen, da ihn bereits jemand anderes gemacht hat, vielleicht fühlt sich ja jemand wohler damit, etwas beizutragen, wenn er nicht der erste sein muss -

Das sind meine Ergebnisse

100% Dominant
100% Sadist
100% Degrader
93% Master/Mistress
90% Experimentalist
86% Brat tamer
81% Daddy/Mommy
73% Rigger
70% Owner
67% Exhibitionist
63% Masochist
52% Primal (Hunter)
48% Non-monogamist
43% Voyeur
42% Rope bunny
13% Ageplayer
6% Vanilla
0% Brat
0% Pet
0% Primal (Prey)
0% Boy/Girl
0% Slave
0% Submissive
0% Switch
0% Degradee

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Hallöchen, dann melde ich mich jetzt natürlich auch dazu, wo ich und @lily so lieb erwähnt wurden.

Das mit dem “perversen Werdegang” dokumentieren trifft sehr auf mich zu, ich mache den Test immer mal so alle 4/5 Monate, um zu schauen ob sich etwas verändert hat.
Ich finde es gut, dass es einen solchen Test gibt, gerade da der so bekannt ist in der Szene, ist er auch ein super Gesprächsthema, worüber man schnell und sehr einfach ins kinky Gespräch kommt. Die Fragen finde ich einigermaßen gut gewählt, abgesehen von diesen Punkten:

  1. Manchmal fiel es mir schwer bestimmte Fragen zu beantworten, da es bei mir sehr vom Kontext abhängig war, wo ich mich auf der Skala (completely disagree - completely agree) einordnen würde. Deswegen musste ich oft Neutral/No opinion anklicken.
  2. Finde ich, dass es zu wenige Fragen zu bestimmten Rollen gibt, um sicher dieser zugeordnet werden zu können oder nicht. (z.b gab es glaube ich nur 3 Fragen oder so zu Littles, welche auch eher ungenau waren)
  3. Manche Fragen sind ziemlich unnötig (z.b ,I am currently in a long term relationship", wie soll meine Antwort darauf zeigen, in welche Rollen ich passen könnte?)

Meiner Meinung nach ist der Test ein schönes Hilfsmittel, um sich Rollen zuordnen zu können, jedoch finde ich, dass die Ergebnisse auch nicht alles über einen aussagen. Nur weil mein Test sagt, ich bin Rolle xy, heißt das noch lange nicht, dass das auch wirklich auf mich zutrifft, es gibt so viele verschiedene Arten von Subs, Doms, Pets ect. ,dass die Ergebnisse eigentlich nie wirklich der Individualität einer Person entsprechen können. Zu manchen passen die Fragen, zu manchen eher weniger, was auch bedeutet, dass die Ergebnisse vielleicht bei einer Person total zustimmen, bei einer anderen jedoch gar nicht. Was ich damit aussagen will; ich würde eine Person nicht aufgrund ihrer Testergebnisse in Schubladen stecken, jeder Mensch ist so individuell, wenn man etwas über die Rollen einer Person wissen will, sollte man besser einfach so nachfragen. Denn dann kann die Person auch genau erklären, wie sie die Rolle definiert, wie sie sich darin einordnet und was genau das für sie bedeutet. Natürlich kann der Bdsm Test aber ein toller Gesprächsstarter für ein solches Gespräch sein! Ich bin nur kein Fan davon, Testergebnisse wie eine Visitenkarte vor sich zu halten, nach dem Motto ,Schau mal, das bin ich!"

Ich hab den Test extra für meine wunderschöne Antwort hier nochmal gemacht.

Hier sind meine Ergebnisse:

100% Rope bunny
100% Boy/Girl
100% Submissive
94% Pet
94% Ageplayer
90% Experimentalist
90% Brat
84% Masochist
63% Exhibitionist
61% Non-monogamist
37% Voyeur
30% Vanilla
27% Slave
3% Degradee
0% Primal (Prey)
0% Switch

Jetzt gehe ich nochmal persönlich auf meine Ergebnisse ein:
Ageplayer und Pet hätte ich mich eher bei 70-80% eingeordnet, Brat trifft gar nicht zu da hätte ich mich bei höchstens 5% eingeordnet und Slave hätte ich etwas höher erwartet, ca. bei 40-50%.

Wie ihr seht stimmen die Ergebnisse bei mir also auch nicht 100%ig zu.
Ich hab immer wieder Spaß den Test zu machen, also insgesamt finde ich den ganz toll : )

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Ich finde den Test ganz interessant. Einerseits weil er im (richtigen) Freundeskreis zu außerordentlich aufschlussreichen Gesprächen führen kann. Für mich hat er geholfen mich manchmal selbst zu verorten. Und ja auch den Gedanken hinter dem Werdegang verstehe ich sehr gut, ich vergleiche auch gerne meine vorherigen Ergebnisse mit dem aktuellen Ergebnis
Aber natürlich man darf natürlich nicht denken “Oh da steht 100% Degradee, also kann ich auch alles an Erniedrigung über mich ergehen lassen”, sondern es eher als kleine Einschätzung zu sehen. Aber die grundsätzliche Tendenzen stimmen meistens, z.B. bin ich zwar DL aber wirklich kein Ageplayer.

Die Fragen finde ich an manchen Stellen seeehr offensichtlich, was manchmal dazu verleitet ‘peinliche’ oder ‘unangenehme’ Kinks doch zu verbergen. Und ein paar Kategorien finde ich etwas verwirrend benannt (zumindest für unerfahrene Leute)

Insgesamt halte ich den Test aber für ein spannendes Tool, um eine Ahnung zu bekommen wo man sich in der Szene verorten kann ^-^

Hier dann auch noch meine Ergebnisse:

Ergebnisse vom BDSM Test

100% Degradee
100% Rope bunny
99% Non-monogamist
98% Masochist
95% Pet
94% Submissive
89% Rigger
80% Sadist
77% Degrader
76% Voyeur
73% Switch
73% Brat
71% Experimentalist
70% Dominant
70% Slave
64% Primal (Prey)
58% Primal (Hunter)
58% Owner
51% Brat tamer
47% Exhibitionist
21% Master/Mistress
12% Vanilla
0% Boy/Girl
0% Daddy/Mommy
0% Ageplayer

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Spannende Fragen, danke für den Denkanstoß!
Ich habe den Test zum ersten Mal aus Neugier gemacht, als ich mit BDSM und Kinks persönlich noch nicht viel anfangen konnte - war zu tief in mir vergraben. Da diese Seite aber im Verlauf des letzten Jahres deutlich zum Vorschein gekommen ist, hab ich den Test in der Zwischenzeit noch zweimal gemacht und es ist richtig schön und faszinierend, die Veränderung/Entwicklung damit zu beobachten!
Spannend war auch, als meine Freundin den Test auch gemacht hat und wir die Ergebnisse geteilt haben. War ein bisschen schwierig, weil sie sehr vanilla ist und von meinen Ergebnissen teilweise eingeschüchtert wurde - aber mit drüber Reden konnte ich sie beruhigen und wir kamen zu nem guten Schluss (mit ihr lebe ich eben meine vanilla Seite aus und sie ist mein Rückhalt, wenn ich mich an Neues wage (was nicht-monogam gut geht), deshalb sind die sehr verschiedenen Ergebnisse gar nicht schlimm). Aber ja, dazu schätze ich den Test sehr: Interessen teilen und dann drüber reden können ^^

Meine neuesten Ergebnisse - wobei auch schon nicht mehr 100% zutreffend

100% Masochist, Voyeur, Non-monogamist
98% Rope bunny
93% Rigger, Switch, Experimentalist, Submissive
90% Brat, Exhibitionist
85% Pet, Sadist

unter 30% Primal, Degrader, Mommy, Ageplayer, Slave
14% Vanilla - zum Vergleich: meine Freundin hat 83% Vanilla und vor paar Monaten hatte ich noch 45%

Rückblickend merke ich, dass ich den Test nach einer Playparty gemacht hab, auf der ich zu einigen der hochgerankten Ergebnisse gute Erfahrungen gemacht hab. Mit weiteren Erfahrungen wird sich das alles vermutlich nochmal verändern ^^

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Ich falle hier vielleicht etwas aus dem Raster aber ich fand den Test nicht sonderlich hilfreich.
Könnte daran liegen, dass ich neurodivergent bin und/oder etwas in die ServiceTop-Schiene falle in manchen Aspekten aber meine Reaktion auf sehr viele von diesen Fragen ist: “kommt darauf an ob…” und ich weiß dann nicht wirklich was ich markieren soll. Zudem sind die Fragen auch sehr durchsichtig sodass wenn ich den Test mache das für mich in etwa so registriert: “Magst du diesen Aspekt von Bondage/Ageplay/Domination/Submission” “Magst du diesen Aspekt von Bondage/Ageplay/Domination/Submission” “Ah du bist x% rope bunny/rigger/boy/girl…” was mir nicht wirklich irgendwas sagt was ich nicht wusste bevor ich den Test gemacht hab, weil ich es wissen muss um die Fragen zu beantworten und mir auch nicht wirklich Denkanstöße gibt, weil klar hab ich grob in den Kategorien die mich interessieren hohe Werte aber die paar Prozent Unterschied dazwischen sagen mir nicht viel. Ist so ein bisschen wie wenn man den Wahl-o-mat macht und für Partei A 61% und für Partei B 59% hat, Konsequenzen für mein tatsächliches Leben hat das nicht weil zu viele andere Faktoren mit reinspielen, die durch diese Fragen nicht abgedeckt sind und ich wusste vorher schon welche Parteien grob in Frage kommen, weil ich automatisch etwas über sie gelernt habe während ich mich zu den Themen informiert habe.

Mein Exfreund und ich haben am Anfang einen Kinklist-mäßigen Test gemacht was ich deutlich hilfreicher fand, weil man spezifischer über Sachen nachgedacht hat und dadurch Denkanstöße hatte was an bestimmten Dingen einen interessiert oder über was man nicht viel weiß oder recherchieren möchte. Finde ich persönlich im Verlauf auch viel interessanter und unterhaltsamer, weil es für mich mehr Erinnerungen wachruft und es cool ist zu sehen, wie sich das eigene Wissen über Kinks im allgemeinen und persönliche Interessen im Lauf der Zeit verändert hat.

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Meine erste Berührung mit dem Test war als ich glaub ich so 14 war. Ein Freund hatte mich den machen lassen, und naja ich war danach etwas verstört, verwirrt und habe mich auch etwas geschämt.
Damals konnte ich mit den Begrifflichkeiten des Tests aber auch noch nichts richtig anfangen, und hatte auch ein wenig Probleme damit mir “Dinge” einzugestehen.
Ich wollte es nicht zugeben, und hab deshalb auch ein paar mal im Test gelogen.
Aber ich glaub, letztenendes hat es mir doch geholfen.
Um mich zumindestens vorerst irgendwo einzuordnen. Aber exakt war das Ergebnis natürlich nicht (was aber auch daran liegen kann, dass ich selber noch nicht so viel versucht hatte).

Fazit: gut für den Einstieg, aber um sich wirklich selbst zu kennen muss man die Dinge ausprobieren, und schauen ob sie einem wirklich so gut gefallen wie der Test sagt.
Denn letztenendes geht probieren über studieren.

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